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DARK MATTER * MU

6. Juni 2014 - Uncategorized

Christine Scherrer: DARK MATTER * MU – Eröffnung 5. Juni, Ausstellungsdauer: 7.6.-5.7.2014

„Dark Matter“, das ist die dunkle Materie unseres Universums – davon ganze 80%, so wird angenommen. Man kann sie weder sehen noch messen, sowieso weiß man wenig über sie. Dieser Umstand ist für Christine Scherrer dem menschlichen Gewahrsein vergleichbar. Denn auch da ist viel mehr als wir annehmen. Mit ihrer Arbeit für die Räume in der Wallstraße 85 macht sie sich auf die Suche nach dem, was da noch mehr ist und findet schlichte Zartheiten, tiefere Essenzen, kleine Abenteuer, ein Rauschen und Fließen, das kosmisch wird.

Der Schatten steht dabei im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, mit ihm bringt sie die Feinstofflichkeit eines „Fast nichts“ zum Vorschein. Eine Feinstofflichkeit, so unfassbar und zart, dass sie erst im von der Künstlerin erschaffenen, ihrem feinen kostbaren Wesen entsprechenden Feld zum Wirken kommt.

Inspiriert von Tanizaki Jun’ichirōs „Lob des Schattens“ vertieft sie die Schatten mit weiteren Schatten, und vertreibt sie nicht wie die Menschen im Westen mit Licht.

MU wiederum ist laut Joachim Berendt („Die Welt ist Klang“) der älteste und meist genutzte Koan (Mantra/Urklang) in japanischen Klöstern und bedeutet das Nichts oder die Leere, welche man mit Hilfe von Meditation erreichen will, „damit die Fülle des Seins in ihn einbrechen kann“.

Darauf bezugnehmend lässt Christine Scherrer in den historischen Räumen den vorderen Raum leer und füllt den hinteren an mit dem „Fast Nichts“, ephemerem schwarzen Seidenpapier, das durch sein Spiel die Aufmerksamkeit auf das Licht im Raum und die Luftbewegung richtet. Einer Bewegung, in der sich die Fülle des Daseins manifestiert.

Und in uns –  gespiegelt – das Universum.

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